Treten in oder an Gebäuden Stock- bzw. Schimmelflecken auf, wird dies erst einmal auf eine mangelhafte Bauausführung zurückgeführt.
Meine langjährige Tatigkeit als Bauleiter hat mir jedoch gezeigt, daß der größte Teil dieser Schäden auf eine mangelhafte Lüftung des Gebäudes zurückzuführen ist.
Sollte Ihr Gebäude nicht mit einer Lüftungsanlage ausgestattet sein, ist eine korrekte Stoßlüftung einer der wichtigsten Punkte die Sie, beim Bewohnen des Gebäudes, beachten müssen.
Das heißt, vergessen Sie im Herbst und Winter die Kippstellung Ihrer Fenster.
Diese verursacht nur ernorme zusätzliche Heizkosten und führt zu Schimmelbildung im Laibungsbereich der Fenster.
Bei einer korrekt ausgeführten Stosslüftung sind die Fenster und Innentüren komplett zu öffnen. Erst hierdurch findet der nötige Luftaustausch statt.
Bei einer Stosslüftung passiert folgendes:
Warme mit Feuchtigkeit gesättigte Luft dringt durch die geöffneten Fenster ins Freie, kalte Luft strömt ins Gebäude. Die nun kalte Luft im Innern erwärmt sich und speichert die im Raum befindliche Feuchtigkeit. Somit wird über die Stoßlüftung die Feuchtigkeit aus dem Gebäude transportiert.
Bei diesem Doppelhaus stellten die Mieter Feuchtigkeit in der Aussenecke des Wohnzimmers fest. Desweiteren waren Risse und Hohlstellen im Bereich des Sockelputzes fetszutsellen.
Schadensursache:
Genaue Beschreibung folgt!
An diesem ca. 20 Jahre alten Mehrfamilienhaus waren die Kelleraußenwände völlig durchnässt - Bild 1.
Ursache:
- Die Abdichtung des Mauerwerks ( im verfüllten Bereich ) war fehlerhaft und unvollständig ausgeführt.
- In Teilbereichen war gar keine Dickbeschichtung verhanden
- Die Übergänge Wand / Bodenpaltte und Wand / Sockelputz waren fehlerhaft ausgeführt.
- Steinmaterial zwischen Anfüllschutz und Dickbeschichtung hatte die Abdichtung beim Verfüllem beschädigt.
- Die Drainage war fehlerhaft ausgeführt
- Das an das Haus grenzende Pflaster war mit Gefälle, direkt ans Gebäude verlegt worden. Hierdurch bedingt wurde alles anfallende Regenwasser direkt zum Gebäude geleitet.
Massnahmen zur Sanierung:
-Ausschachten des Gebäudes soweit möglich.
-Abschlagen der vorhandenen Dickbeschichtung
-Beiputzen von Fehlstellen
-Überarbeiten der Drainage
-Einbauen einer neuen Dickbeschichtung
-Plaster neu verlegen
-Einbau eines Spritzschutzstreifens um anfallendes Oberflächenwasser vom Gebäude fernzuhalten
-Aufstellen eines Ventilators im Keller um das Trocknen zu beschleunigen.
Defekte Silikonfuge an der Duschtasse
An dieser Duschtasse war die Silikonfuge zu den Wandfliesen hin defekt, d.h. es hatte sich eine Fuge gebildet. Somit floß während des Duschens Wasser hinter die Duschtasse und unter den Estrich.
Entstandener Feuchtigkeitsschaden durch defekte Silikonfuge
Im Bild sehen sie die durchfeuchtete Wand des Schlafzimmers. Auf der anderen Seite ist die Duschtasse.
In diesem Fall waren nicht nur die nassen Innenwände zu trocknen, sondern auch der schwimmende Estrich. Da der Bewohner den Schaden erst recht spät bemerkte, war der Aufwand des Trocknens enorm. Die eigentliche Reparatur der defekten Silikonfuge war gering.
Eine Silikonfuge ist eine Wartungsfuge und sollte grade im Bereich solcher kritischen Stellen regelmäßig gewartet bzw. überprüft werden.
Schadensbild:
Im Treppenhaus eines 3-Familienhauses war Feuchtigkeit an der Treppenhauswand
zu erkennen, desweiteren floß Wasser über die Treppenstufen und es hatten sich Wasserblasen hinter der Glasfasertapete gebildet.
Ursache:
Bei der Montage der Küche wurde das Eckventil über einen Gartenschlauchverbinder mit der Spüle verbunden.
Durch diese unsachgemäße und undichte Konstruktion lief über einen längeren Zeitraum Wasser unter den schwimmenden Estrich und verursachte diesen Schaden.
Dachüberstand
Schadensbild:
Ca. 1 Jahr nach Bezug des Gebäudes traten am Dachüberstand des Gebäudes ( Giebelseitig ) Verfärbungen bzw. Schimmelbidung auf.
Innenansicht Spitzboden
Ursache:
Bei Übergabe des Gebäudes an die Bauherrenschaft war der Spitzboden nicht ausgebaut. Dieser sollte lediglich als Stauraum dienen.
Nachträglich wurde vom Bauherrn eine Zwischensparrendämmung und Dampfbremsfolie eingebaut.
Durch den fehlenden Putz auf dem Giebelmauerwerk und die mangelhaft ausgeführten Abklebungen im Bereich der Dampfbremsfolie war eine Luftdichtigkeit allerdings nicht gegeben.
Die Verfärbungen waren somit auf nach aussen dringende feuchtwarme Innenluft zurückzuführen.
Nachdem der Bauherr die Giebelflächen verputzt und die Abklebungen der Dampfbremse überarbeitet hatte, traten die Verfärbungen nicht mehr auf.
Ein paar Monate nach Bezug seines Hauses, erhielten wir einen Anruf vom Bauherrn: Die Wände in der Einliegerwohnung sind nass - die Wohnung ist unbewohnbar - da habt Ihr Sch... gebaut!
Wie ich bei der Besichtigung feststellen konnten, stieg in allen Innen- und Aussenwände des Untergeschosses Feuchtigkeit auf.
Falsch montierter Duschablauf
Ursache des Schadens war ein nicht korrekt montierter Duschablauf ( die Schraubverbindungen waren nicht ordnungsgemäß angezogen).
Hierduch bedingt floß über mehrere Monate Wasser unkontrolliert unter die Duschtasse, verteilte sich in der Dämmung des Estrichs und stieg anschließend in den Mauerwerkswänden auf.
Da der Bauherr die Sanitär- und Heizungsarbeiten in Eigenleistung ausgeführt hatte, war er für den Schaden selbst verantwortlich.
Deckenpaneel
Deckenpanell
Schadensbild:
Kurz vor dem Bezugtermin wurden vom Bauherrn ( in Eigenleistung ) die Deckenpaneele in dem frisch erstellten Neubau eingebaut.
Nach einigen Tage kam es zu diesem Schadensbild.
Ursache:
Der Bauherr hatte die erforderliche, umlaufende Randfuge nicht berücksichtigt.
Die Paneele wurden von Ihm bis dicht an die Wände geführt.
Da sich Holz jedoch ausdehnt, ist beim Einbau eine umlaufende Fuge zwingend erforderlich.
Deweiteren sollten die Verarbeitungshinweise des Herstellers unbedigt befolgt werden. Diese liegen in der Verpackung des Materials
Stockflecken
Diese Stockflecken treten oft im Bereich der Raumecken auf, welche direkt an der Aussenwand liegen. Man spricht hier vom "geometrischen Dreieck".
Durch die konstruktionsbedingt größere Aussenwandfläche, kühlt sich die Oberfläche der Wand und Decke in diesem Bereich stärker ab, als auf den restlichen Wandoberflächen. Hierdurch bedingt kondensiert an diesen Stelle die Luftfeuchte und es kommt zu diesem Schadensbild.
Wichtig ist hier eine ordentliche Stoßlüftung und Grundtemperierung der Räume.
Die Flecken treten zumeist in den kalten Jahreszeiten auf und dann hauptsächlich in Bädern und Schlafräumen, d.h. in Räumen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit.
Vor einigen Tagen rief mich der Vermieter eines Mehrfamilienhauses an.
Eine Mieterin hatte sich mit der Aussage - Ihre Duschtür würde rosten - gemeldet.
Zuerst war ich etwas überrascht, Aluminium und Rost??????
Aber was solls, Termin gemacht und hingefahren, zudem vermutete der Bauherr Pfusch am Bau und rostende Bauteile.
Fazit:
Was als Rost bezeichnet wurde, waren Schmutzablagerungen im Fugenbereich der Duschabtrennung.
Schadensbild:
Die Kelleraußenwand dieses etwa 20 Jahre alten Hauses war komplett durchfeuchtet.
Ursache:
-Die Anfüllung war bis knapp unter die Fensterbank geführt.
-Unter den Fensterbänke befand sich ein Hohlraum, zudem waren diese mit Montageschaum monteirt worden.
-Die Halteschrauben der Fenstergitter waren bis in den Innenraum geführt.
- Die Holzfenster waren unsachgemäß eingebaut und nicht abgedichtet.
- Die Dickbeschichtung im verfüllten Bereich zeigte Fehlstellen auf.
- Zwischen äußerer Stützwand und Kellermauerwerk befand sich keine Abdichtung.
Sanierung:
Seit Beseitigung der oben aufgeführten Mängel, ist das Mauerwerk trocken.
Die Ursachen für die durchnässte Garagenwand ( Bild 1 ) waren folgende:
1. Ein fehlender Anfüllschutz, hierdurch Löcher in der Abdichtung
2. Nicht ordnungsgemäß verklebte Schweißbahn im gesamten Bereich - Bild 4 - diese ließ sich mit der Hand lösen
3. Erhebliche Fehlstellen in der Schweißbahnabdichtung - Bild 3
4. Durch eine fehlende Tropfkante - siehe Detailskizze - floß das anfallende Niederschlagswasser vom Flachdach direckt an der Rückwand herunter und drang im Bereich der Fehlstellen in das Mauerwerk ein
Desweiteren wurde der Innenputz aus einem völlig ungeeignetem Material
( Gipsputz ) hergestellt. Hier hätte ein Kalkzement- oder Zementputz verwendet werden müssen.